Forschung

„Kritische Wissenschaft versteht sich als Teil gesellschaftlicher Praxis. Sie ist nicht ‚interesselos‘, sondern interessegeleitet. Das Interesse wäre in erster Annäherung zu bestimmen als Interesse an vernünftigen Zuständen.“
Peter Bürger


Forschungsansatz:

Theoretisch liegt meinen Forschungen ein Kultur- bzw. Literaturbegriff zugrunde, für den die anthropologische Dimension von Narrationen zentral ist, d.h. ich gehe davon aus, dass nicht nur jeglicher Weltzugang über Sprache erfolgt, sondern alle Formen menschlicher und gesellschaftlicher Organisation sich fundamental über Prozesse des Erzählens ausprägen.

Aus dieser Perspektive heraus kombinieren meine Forschungsarbeiten die philologisch und historisch geschulte Analyse ästhetischer Formen von Sprache mit kulturwissenschaftlich und diskursanalytisch informierten Ansätzen, wobei insbesondere ideengeschichtlichen und soziologischen Dimensionen in meinen Arbeiten eine besondere Bedeutung zukommt.

Ich verorte mich innerhalb einer stark affirmativen Haltung zur Romanistik als einer komparatistisch arbeitenden Disziplin mit einer spezifischen fachhistorischen und theoretischen Prägung; zugleich habe ich in meinen Arbeiten diesen disziplinären Rahmen immer wieder zu anderen Literaturen bzw. Philologien hin bewusst durchlässig gemacht und dabei auch auf die materiellen Dimensionen kultureller Artefakte Bezug genommen.

Arbeits- und Interessenschwerpunkte:

  • Hispano- und frankophone Literaturen (1800 bis zur Gegenwart)
  • Ästhetische und soziologische Diskurse der Moderne
  • Literatur und Emotionsforschung
  • Intertextualitätstheorien
  • Kapitalismus und Klassenkonflikte in Literatur und Ideengeschichte
  • Konservatismus und Reaktion in Literatur und Ideengeschichte
  • Lateinamerikanisches Kino der Gegenwart
  • Ästhetiken der Memoria und (Post-)Diktatur in Lateinamerika
  • Weltliteratur und globaler Buchmarkt
  • Literarische Übersetzung in Theorie und Praxis