Übersetzung

„Die wahre Übersetzung ist durchscheinend, sie verdeckt nicht das Original, steht ihm nicht im Licht, sondern läßt die reine Sprache, wie verstärkt durch ihr eigenes Medium, nur um so voller aufs Original fallen.“

Walter Benjamin


Literarische Übersetzungen aus dem Spanischen:

Romane:

Rafael Gumucio: Transitkind.  edition 8, 2020.

Das lateinamerikanische Exil im Paris der 70er Jahre: Mit seinen Eltern und seiner Großmutter vor der Militärdiktatur Augusto Pinochets geflüchtet, wächst der junge Chilene Rafael Gumucio zwischen den chaotischen Sitzungen sozialistischer Polit-Komitees und den verlorenen Träumen einer ganzen Generation auf. Während seine Eltern bald ihre eigenen (und getrennten) Wege finden, mit ihrem Schicksal umzugehen, sucht Rafael in Gesprächen mit der Statue Victor Hugos und dem lieben Gott nach Antworten auf die großen Fragen in einer Welt, in der das Leben stets ein Provisorium zu sein scheint. Und als einige Jahre später die Namen der Familie auf den Listen der begnadigten Exilanten erscheinen, die nach Chile zurückkehren dürfen, macht das die Dinge auch nicht einfacher: Rafael kommt zurück nach Santiago in eine Stadt und eine Gesellschaft, die ihm fremd und vertraut zugleich sind und wo das Leben zwischen der Gewalt der Militärs und den Hoffnungen auf die Rückkehr zur Demokratie schwankt – und dann gilt es in all dem Chaos auch noch, erwachsen zu werden…

Rafael Gumucio (*1970), Anna-Seghers-Preisträger und einer der bekanntesten Autoren und Journalisten seiner Generation, hat mit seinem ursprünglich schon 1998 publizierten Roman Transitkind in Chile ein ganzes Genre autobiographischen Schreibens über die Zeit der Militärdiktatur (und ihr langsames Ende) begründet. Mit der rabiaten und zugleich zärtlichen Stimme eines Jugendlichen, die beständig zwischen Angst und Aufbruch, zwischen Resignation und Auflehnung pendelt, beschreibt Gumucio als einer der ersten facettenreich das Schicksal jener Generation der Nachgeborenen der gescheiterten lateinamerikanischen Revolutionen und bereitete damit den Weg für Autoren wie Alejandro Zambra oder Nona Fernández.

Ein Buch voller Verzweiflung und Humor über das Leben zwischen zwei Welten, das im Zeitalter der globalen Wanderbewegungen aktueller denn je ist.

Pressestimmen:
„Rafael Gumucio […] erzählt eine subjektive, persönliche Geschichte, bei der politische und gesellschaftliche Ereignisse nur angedeutet werden. Transitkind ist somit weniger der Roman über ein Land im Umbruch, auch wenn die Militärdiktatur als Fundament fungiert. Vielmehr ist es die Geschichte eines jungen Menschen, der Scheitern als Antrieb, Trauma als Motivation hat und auch der Gesellschaft, in die er einst geboren wurde, immer ein wenig entrückt bleibt. Mit leiser Ironie geschildert ist Transitkind somit eine erstaunlich universelle Geschichte von einem Menschen, der versucht, über das Schreiben sein eigenes Leben zu begreifen“ (Isabella Caldart, Lateinamerika-Nachrichten 551)

Erzählungen:
Halfon_Wie mein Zuhause zu verschwinden begann

Eduardo Halfon: „Wie mein Zuhause zu verschwinden begann“. Hanser Verlag 2015 (erschienen in der Reihe Hanser Box)

Villoro_Gibt es Leben auf der Erde

Juan Villoro: „Gibt es Leben auf der Erde?“ Hanser Verlag 2015 (erschienen in der Reihe Hanser Box)

Mendoza_Das Missverständnis

Eduardo Mendoza: „Das Missverständnis.“ Hanser Verlag 2014 (erschienen in der Reihe Hanser Box)

 

 

 

 

 

 

 

 

Erzählungen in Zeitschriften:

  • Rodrigo Blanco: „The Night“. In: alba. lateinamerika lesen IX (2016), 13-19.
  • Alejandro Zambra: „Die 34“. In: alba. lateinamerika lesen VIII (2015), 108-114.
  • Marcelo Leonart: „Weihnachten“. In: alba. lateinamerika lesen VIII (2015), 91-97.
  • Juan Cárdenas: „Scheine“. In: alba. lateinamerika lesen VII (2015), 33-36.
  • Diego Trelles Paz: „Vladimir und der Widerstand“. In: alba. Lateinamerika lesen, VI (2014), pp. 74-83.
  • Eduardo Halfon: „Bambú.“ In: alba. Lateinamerika lesen, V (2014), pp. 06-11.
  • Alberto Chimal: „Die Büchse des Urias.“ In: alba. Lateinamerika lesen, IV (2013), pp. 06-09.
  • Francisco Díaz Klaassen: „Mutmaßungen über meine Empfängnis.“ In: alba. Lateinamerika lesen, III (2013), pp. 18-21.
  • Martín Kohan: „Das Nächtliche.“ In: alba. Lateinamerika lesen, II (2012), p. 9.
    Lyrik:
  • Javier Bello: „Gedichte“. In: Monika Rinck et. al. (Hg.): Die Seele und ihre Sprachen. Paderborn: Wilhelm Fink, 59-70.
    Non-Fiktion (Auswahl):
  • Ignacio Echevarría: „Der Infrarrealismo. Dichter am Rande des Lochs“. In: alba. lateinamerika lesen VII (2015), 64-67.
  • Teresa Ruiz Rosas: „Sebald übersetzen“. In: alba. Lateinamerika lesen, VI (2014), pp. 31-34.
  • Angel Rama: „Die gelehrte Stadt“. In: Isabel Exner/Gudrun Rath (Hgs.): Lateinamerikanische Kulturtheorien. Grundlagentexte. Konstanz: KUP 2015, 169-180.